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Zombies

 
"Oh Gott...wir werden sterben..." schrie sie entsetzt und rannte völlig von Sinnen im Kreis herum wie ein geköpftes Huhn.

"Quatscho. Das ist gar nicht gesagt." versuchte ich sie zu beruhigen.

"Rede keinen Stuss. Wir werden gerade von ein paar Dutzend Zombies umzingelt."

In ihrer Panik ging sie auf mich los und wollte mir das Gesicht zerkratzen.

Nur mit Mühe konnte ich sie davon abhalten.

"Beruhige dich. Vielleicht sind ein paar Vegetarier darunter..." versuchte ich etwas Hoffnung in ihr zu wecken.

"Vegetarier?" fragte sie "VEGETARIER??? Das sind lebende Tote, die sich von den Gehirnen toter Lebender ernähren. Die wollen kein Gemüse..."

"Aber vielleicht einen knackigen Salat?" versuchte ich einen schwachen Witz, verstummte jedoch, als ich ihren vernichtenden Blick sah.

Die Zombies waren inzwischen aus allen Richtungen näher gekommen. Ihr Gang war taumelnd, einige zogen ihre in einem unnatürlichen Winkel abgeknickten Beine nach. Sie hatten leere, ausdruckslose, halbverfaulte Gesichter.

Und alle murmelten dasselbe Wort: "Gehirn...Gehirn...Gehirn..."

"Tja, meine Liebe, es sieht wirklich nicht gut aus. Wie viel Munition hast du noch?" fragte ich.

"Etwa 20 Schuss."

"Ich habe noch 12."

"Damit halten wir sie maximal 2 Minuten auf...und dann...Oh Gott...werden wir sterben." schrie sie und fing wieder zu kreisen an.

"Man müsste sie ablenken...irgendwie mit irgendwas beschäftigen, dann würden wir es bis zum Hubschrauber schaffen und könnten uns in Sicherheit bringen." überlegte ich.

"Aber womit willst du sie ablenken?" fragte sie und ich sah tatsächlich einen Hoffnungsschimmer in ihren Augen.

Die Zombies waren bis auf etwa 10 Meter herangekommen.

Ich überlegte fieberhaft.

"Hör zu..." sagte ich dann hastig "Du musst mir jetzt vertrauen, es bleibt keine Zeit für lange Erklärungen. Gib mir deine Waffe."

"Was?" fragte sie verunsichert.

"DEINE WAFFE...SCHNELL!!!" brüllte ich, denn die Zombies waren nur noch wenige Schritte entfernt. "Wenn du leben willst, gib mir deine Knarre."

Sie sah mir tief in die Augen und reichte mir das Gewehr.

"Na endlich." seufzte ich, legte an und schoss ihr das linke Knie weg.

Mit einem entsetzten Aufschrei fiel sie zu Boden.

"Du hast mich belogen. Du hast gefragt ob ich leben will..."

"Naja, auf eine gewisse Art wirst du ja auch leben." lachte ich und zeigte auf die Untoten.

Die Zombies rochen das frische Blut und für einen Augenblick war ich vergessen.

Sie stürzten sich auf die am Boden liegende Frau, ich warf einen letzten Blick auf das Gemetzel und rannte, Kolbenstöße nach links und rechts verteilend, zum Hubschrauber.

Es grenzte an ein Wunder aber ich kam unverletzt dort an, stieg ein und schaffte es abzuheben.

Ein weiblicher Zombie, der mich stark an meine Ex-Freundin erinnerte, hing noch ein paar Sekunden an den Kufen, wurde mit in die Höhe getragen und fiel dann zurück und ihr Kopf zerplatzte auf dem harten Asphalt wie ein mit Wasser gefülltes Kondom.

"Dass die Weiber auch immer so anhänglich sein müssen..." sagte ich kopfschüttelnd.

Dann drehte ich noch eine Runde und flog davon...nach Westen...und die Sonne berührte fast den Horizont.
24.1.10 20:52
 


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