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Nur ein Traum...

 "Holla..." dachte Batman und sah Catwoman bewundernd an.


Ihr Dress aus eng anliegendem Leder, die Katzenmaske, die Peitsche in ihrer Hand, ließen ihn wieder einmal die Tatsache verfluchen, dass sie sich für unterschiedliche Auslegungen des Gesetzes entschieden hatten.

Während sie auf den Pfaden des Verbrechens wandelte, war er unbeirrbar gesetzestreu, unbestechlich und scheinbar resistent gegen die Erotik und Verlockung ihrer geschmeidigen Bewegungen.

Tatsächlich aber war er überwältigt und gefesselt von ihrem Anblick.

Mit langsamen Schritten kam sie auf ihn zu, blieb dicht vor ihm stehen und er roch ihr aufregendes Parfüm, dann, als ihre Lippen fast die seinen berührten, ihren Atem und als sie ihre linke Hand auf seine Brust legte durchzuckte es ihn wie ein Blitz und er wünschte sich nichts sehnlicher als einmal schwach werden zu können.

Er war in ihre Falle getappt und alle Anstrengungen sich zu befreien hatten sich als nutzlos erwiesen.

Nun stand er, an Handgelenken und Fußknöcheln fixiert, wehrlos und ausgeliefert in einem feuchten Gewölbe, das nur durch zwei Fackeln in ein unruhiges, irreales Licht getaucht wurde.

Mit dem Nagel ihres Zeigefingers schlitze sie sein Kostüm von oben bis unten auf und ritzte leicht seine Haut.

Dann zog sie es auseinander und Batmans Atem ging hörbar schneller.

Ihre Hände wanderten von seinem Hals abwärts, tiefer und immer tiefer und er schloss die Augen, sämtliche Nerven schienen dort zu enden, wo ihre Fingerspitzen seine nackte Haut berührten.

Um dann, knapp unterhalb seines Bauchnabels, stoppte ihre Bewegung und ihre Fingernägel zogen sich zurück.

Die Augen weiterhin geschlossen hörte er einen Reißverschluss sich langsam öffnen, er hörte das Geräusch von kühlem Leder das über heiße Haut glitt und dann zu Boden fiel.

Seine Lippen zitterten, ein leichter Schweißfilm bildete sich auf seiner Stirn und seine Erregung hatte unübersehbare Dimensionen angenommen.

Batman betete.

Er betete darum erneut ihre Fingernägel zu spüren, ihre Zähne in seinem Fleisch, ihren Körper an seinem Körper.

Und dann...endlich...

In diesem Moment erwachte Batman und war nicht mehr Batman sondern nur noch Bruce Wayne, der in seinem Bett lag.

Er sah in die Dunkelheit und lauschte den leisen, regelmäßigen Atemzügen neben sich.

Dann setzte er sich leise auf die Bettkante und zündete sich eine Zigarette an.

Müde rieb er sich die Augen.

"Hattest du wieder diesen Traum?" fragte eine Stimme in seinem Rücken. "Hast du wieder von IHR geträumt?"

Er nickte, obwohl das Nicken in der Finsternis nicht zu sehen war.

Ein Arm legte sich um seine Schultern und Lippen pressten sich auf seine Lippen.

Lustlos erwiderte er den Kuss.

"Was ist los?" fragte Robin und seine Stimme klang traurig "Verwandelt sich meine kleine Fledermaus in eine Hete?"

"Ach, lass mich in Ruhe, du Tucke." sagte Bruce Wayne, zog sein Kostüm an und wurde wieder zu Batman.

Er stieg ins Batmobil und fuhr hinaus ins nächtliche Gotham City um seinen Frust loszuwerden und ein paar Penner zu verprügeln...
 
13.4.10 12:13


Höllisch

"Herrgott im Himmel." schnaubte der Teufel wütend "Heute ist Sonntag, da will ich meine Ruhe."

Er drehte sich auf die Seite, zog die Decke aus Kamelschamhaar bis über seine Nase und versuchte wieder einzuschlafen.

Da klopfte es erneut zaghaft an der Schlafzimmertüre.

"Komm rein." brüllte der Teufel und tröstete sich mit dem Gedanken, den Störenfried gehörig zu bestrafen.

200 Jahre Einzelhaft in einem kochenden Lavasee würden es mindestens sein.

Langsam öffnete sich die Türe und auf allen Vieren rutschte ein Unterteufel 11. Klasse ins Zimmer, krabbelte bis vor das Bett und begrüßte seinen Boss, indem er mehrmals seine Stirn auf den Boden schlug.

"Pass mit deinen Hörnern auf, du Trottel, du zerkratzt mir ja mein ganzes Parkett." meckerte der Teufel und beschloss, für jeden Kratzer die Strafe um 100 Jahre zu erhöhen.

Und gnade ihm Gott, wenn es keinen wirklich guten Grund gegeben hatte ihn zu wecken.

Wenn es um Strafen ging, war er gerne großzügig.

"Oh Mephistopheles, es gibt Ärger." meldete der Unterteufel "Eure Großmutter, sie...aber seht am Besten selbst..."

"Nun sag schon was los ist, ich werde dir schon nicht den Kopf abreißen." knurrte der Teufel, obwohl er genau das vorhatte, falls es eine Hiobsbotschaft wäre.

"Sie verlangte heute früh Brunstpillen...12 Stück an der Zahl, oh Satanas, und..."

"Und ihr habt sie ihr doch hoffentlich nicht gegeben?"

Der Unterteufel zuckte hilflos mit den Schultern.

"Was hätten wir tun sollen, oh Luzifer? Ihr wisst ja, wie unangenehm sie sein kann. Ausserdem ist sie Eure Großmutter..."

"Hat sie die Pillen geschluckt?"

"Ja...und dazu 8 Liter Schwefelschnaps. Oh Herr, es ist grauenhaft..."

Dem Teufel stand der Angstschweiß auf der Stirn.

Eine einzige Brunstpille würde ausreichen um 10.000 alte Betschwestern für einen Monat in eine Horde nymphomaner Flittchen zu verwandeln und seine Großmutter hatte derer Zwölf gehabt.

"Ich komme..." sagte er und schwang sich aus dem Bett "Und bevor ich es vergesse...400 Jahre Lavasee."

"Ich danke Euch für Eure Gnade, oh Verderber der Menschheit." hauchte der Hilfsteufel und kroch rückwärts aus dem Zimmer.

Der Teufel eilte unterdessen hinüber in die Hölle.

"Au weia..." schnaufte er "Hier ist ja der Teufel los."

Er hastete eine endlose Schlange aus Verdammten entlang und je mehr er sich dem Kopf näherte um so verzweifeltere Gesichter machten sie.

Unzählige Hilfsteufel trieben die Unglücklichen mit glühenden Gabeln langsam vorwärts.

Endlich erreichte der Teufel den Anfang der Schlange.

Seine Großmutter lag nackt auf ihrem Bett, die Hörner glühten, ihre gewaltigen Brüste, zu deren Behandlung jeweils 10 Männer nötig waren, bebten und ihr langer, schwarzer Ziegenbart zitterte vor Erregung.

"Die nächsten 50..." keuchte sie und wedelte mit ihren Hufen in der schweißgetränkten Luft herum.

"Oma..." quietschte der Teufel "Was, um Himmels Willen, machst du da?"

"Das nennt man Gang Bang."

"Ich weiss, was ein Gang Bang ist, Oma. Ich habe das schließlich erfunden." antwortete der Teufel ungeduldig "Aber warum???"

"Weil heute mein Geburtstag ist. Du hast ihn doch hoffentlich nicht vergessen?"

"Wie könnte ich?" log der Teufel und gab seiner Oma ein Küsschen zwischen die Hörner "Herzlichen Glückwunsch und die nächsten 1000 gehen auf meine Rechnung."

"So ein guter Junge..." dachte Omi als ihr Enkel das Schlafzimmer verlassen hatte.

Dann winkte sie den Hilfsteufeln.

"Weiter gehts, ich habe noch eine Menge vor."

Der Teufel kehrte in sein Schlafzimmer zurück und legte sich auf das Bett.

Er kratzte sich zwischen den Beinen und überlegte, ob er sich 2 oder 3 Brunstpillen und ein paar Hundert Jungfrauen kommen lassen sollte, aber so richtig Lust hatte er nicht.

"Ich glaube, ich werde langsam alt." seufzte er.

Dann verkroch er sich unter dem Bettzeug und versuchte die Erinnerung an das, was er da gerade gesehen hatte, zu verdrängen.

"800 Jahre Alpträume." murmelte er beim Einschlafen "Mindestens..."

11.4.10 13:16


Obdachlos

Langsam zogen die dicken Wolken weiter und der Vollmond nutzte die Gelegenheit und beleuchtete den kleinen Park und die zwei Gestalten, die dort auf einer Bank saßen und sich bereits seit einiger Zeit anschwiegen.

Mitternacht war längst vorüber und die Luft war durchzogen von feuchten, schweren Nebelschwaden.

"Stadtsanierung..." höhnte Willi plötzlich und zitierte, wohl zum 1000sten Mal, die Mitteilung, die sie vor mehreren Wochen an den Toren ihres Friedhofs gefunden hatten: "Aufgrund dringender Baumaßnahmen im Zuge der Stadtsanierung, wird der Alte Friedhof in Kürze verlegt und damit Teil des Zentralfriedhofs. Wir werden uns bemühen, die Struktur des Alten Friedhofs so getreu wie möglich in den Zentralfriedhof zu integrieren und versichern Ihnen, dass Ihre werten Verstorbenen auch in ihrem neuen Zuhause in Frieden ruhen werden."

"Ich weiss..." sagte Horst "Du redest ja ununterbrochen davon."

"Niemand ruht in Frieden." brauste Willi auf "Die haben nur die Grabsteine abtransportiert und den Rest übergebügelt. Zubetoniert. Das wäre ja lustig gewesen, wenn wir in unseren Gräbern gewesen wären und uns 200 Jahre lang mit den Fingernägeln durch 50 cm Beton hätten kratzen müssen."

"Du hast noch Fingernägel?" fragte Horst.

"Nein...das ist es ja gerade..." antwortete Willi und knabberte an seinen faulenden Fingerstummeln.

Eine Weile saßen die beiden Zombies wieder schweigend nebeneinander und jeder hing seinen trüben Gedanken nach.

"Weisst du..." sagte Horst "Ich finde es gar nicht mal so schlecht hier..."

"Ach, und anstatt in deinem gemütlichen, warmen und trockenen Sarg zu schlafen, liegst du hier lieber in der kalten, feuchten Erde unter dem Rhododendron und puhlst dir Kellerasseln und Regenwürmer aus der Nase?"

"Nein, das nicht." gab Host zu "Und wenn ich noch leben würde, hätte ich jetzt wahrscheinlich Rheuma vom Allerübelsten. Aber bald wird es nachts wärmer sein und dann schläft bestimmt ab und zu ein Penner hier und ehrlich gesagt würde ich gerne mal wieder Menschenfleisch essen und nicht immer nur Regenwürmer und Asseln."

"Und da fällt dir nichts Besseres als ein Penner ein? Ein ungewaschener, verlauster, nach billigem Rotwein schmeckender Obdachloser???"

"Ach ja...und was dürfte ich dann für Graf Rotz kredenzen? Die Prinzessin von Transsilvanien?"

"Hm ja, die war lecker..." schwelgte Willi in alten Erinnerungen. Dann besann er sich. "Ich hätte gerne mal wieder einen kreischenden Teenager."

Genießerisch verdrehte er die Augen.

"Verdammt." sagte er plötzlich.

"Was ist los?"

"Meine Augen. Ich kann sie nicht mehr zurückdrehen. Und jetzt starre ich mir permanent über meine linke Schulter."

"Ist doch cool." sagte Horst grinsend. "Da kannst du immer sehen was hinter dir passiert."

"Lass den Blödsinn. Das ist kein Witz."

"Es ist aber so lustig wie ein Witz." gackerte Horst und schlug sich vor Vergnügen auf den Oberschenkel, wobei sich eine dicke Eiterbeule öffnete und ihren Inhalt mehrere Meter weit in der Gegend verspritzte.

"Sieh mal..." sagte Horst "In das Loch kann ich meine ganze Faust stecken..."

"Anstatt mit deinen Beulen zu spielen könntest du mir vielleicht lieber mit meinen Augen helfen..." nörgelte Willi.

"Ok, zeig mal her. Ich dreh deine Augen wieder zurück"

"Hast du saubere Finger?"

Horst besah sich seine Hände, an denen der Dreck von Jahrhunderten klebte.

"Klaaar..."

Er drückte und drehte an Willis Augäpfeln herum.

"Sei vorsichtig!!!" brüllte Willi.

"Gut, ist es so besser?"

"Nein, zum Teufel, ich schiele."

"Stimmt, das sieht zum totlachen aus. Also, warte...so...jetzt aber..."

Willi atmete auf und Horst erhob sich langsam .

"Ich verdrück mich unter meinen Rhododendron. Bis die Tage dann..."

"Joa, bis die Tage und danke nochmal."

Als Horst wenig später in der feuchten, kalten Erde lag und in seiner Nase puhlte, lachte er plötzlich kurz auf.

"Ich bin aber auch ein Idiot." sagte er und schüttelte den Kopf "Ich hätte ihm ein Auge klauen sollen. Ist zwar nicht das Gelbe vom Ei aber schmeckt bestimmt besser als diese muffigen Kellerasseln."

Dann sagte er nichts mehr sondern starrte stumm in die Dunkelheit und träumte von einer großen Portion Dünndarm mit Tomatensauce.
9.4.10 19:59


12.000 BC

(Als wäre es gerade gestern gewesen)

Wieder einmal hatten Ugluk der Starke und sein Bruder Sok ihre Holzspeere geschultert und taperten durch die Gegend um etwas zum Essen zu finden.

Sie hatten die Höhle schon früh am Morgen verlassen doch bisher nichts Essbares erlegen können.

Inzwischen war es schon Viertel Zack vor Schmirk, was nach unserer Zeitrechnung etwa halb Fünf am Nachmittag entsprach.

Ugluks Magen knurrte so laut wie ein Höhlenlöwe und Sok war dabei jedes Mal voller Angst zusammengezuckt und hatte sich auch einmal sein Bärenfell vollgekackt.

Natürlich beeindruckte ihn das nicht weiter, denn mit am Hintern klebenden Exkrementen zum Abendessen zu erscheinen, gehörte damals noch zum guten Ton und wurde geradezu erwartet.

Nicht umsonst lautete der in der Steinzeit am häufigsten zitierte Sinnspruch: "Ghn´ok ras puh´tin Schlemm."

Was am treffendsten mit "Eine gesunde Verdauung ist wichtiger als guter Geruch." übersetzt werden kann.

Die Höhlensprache hatte in den letzten Jahren einen gewaltigen Aufschwung erfahren und neben den bisher gebräuchlichen Grunzlauten, die in der Regel lediglich Ausdrücke für Essen, Sex und Steine kannte, wurde durch die Einführung der Furzlaute das Spektrum nicht nur um alles erweitert, was sich mit Verdauung befasste, sondern irgendwann (so um den 20. März 42.000 v. Chr) hatte ein musisch veranlagter Höhlenmensch die Titelmelodie von Indiana Jones gepupst und damit das Zeitalter der Musik eingeläutet.

Dass auch er sich dabei das Fell versaute, trug nur zu seiner Popularität bei und Stücke dieses Fells wurden später unter Fans relativ hoch gehandelt.

Dies aber nur am Rande, da es eine nur sehr rudimentäre Relevanz für unsere Geschichte besitzt.

Nachdem Ugluk und Sok wieder mal um einen Felsbrocken titanischen Ausmaßes bogen, entdeckten sie die Spuren von zwei Höhlenigeln (Erinaceus hoehlensis), den einzigen Tieren damals, denen sie körperlich wie intellektuell gewachsen waren.

"Yamm." grunzte Ugluk, was sowohl Essen wie auch Igel bedeutete.

Sofort boten sie ein Bild gespannter Aufmerksamkeit und sahen sich um.

Dann schlichen sie vorsichtig weiter, immer den kleinen Trippelschritten hinterher.

Während die eine Spur relativ geradlinig verlief, machte die andere ständig Kurven und Schlenker, als hätte der sie verursachende Igel Tollkirschen und Fliegenpilze gefressen.

Der tatsächliche Grund war, dass der eine Igel ein Weibchen, der andere ein Bock war, der ständig werbend um sie herumgerannt ist.

Dann blieb Ugluk, der voran ging, mit einem Ruck stehen.

Sok schaute ihm über die Schulter und sah sofort die 2 Igel, die vor einem Stein hockten und gerade heftig kopulierten.

"Yamm." flüsterte Sok, was sowohl Sex wie auch Igel bedeutete.

Er wollte die Igel aufessen, doch Ugluk hielt ihn zurück.

In seinem Gehirn formten sich Begriffe wie Liebe, Zuneigung, Wärme, Zärtlichkeit und das Recht auf sexuelle Erfüllung und sofort begann er seinem Bruder davon zu erzählen und davon, dass sie das traute Igelpaar jetzt unmöglich stören konnten, was angesichts seiner verbalen Möglichkeiten eine Meisterleistung war.

Sok stieß ihn beiseite und biss den Igeln die Köpfe ab.

Dann kratzte er sich mit dem einen am Hintern und bot ihn (den Igel) Ugluk an.

Dieser überlegte kurz, ob er eine Grundsatzdiskussion beginnen, also Sok die Zähne einschlagen sollte, zuckte dann aber nur mit den Achseln, zog seinem Igel das Stachelfell ab und aß ihn auf.

Dann machten sie sich auf den langen Heimweg.

Ugluk dachte über die neuen Begriffe nach, für die es in ihrer Sprache noch keine Wörter gab und spontan entschloss er sich, sie "Yamm" zu nennen, was Gefühle, aber auch Igel bedeutete.

9.4.10 00:26


Internet



Irgendein Kumpel erwähnte kürzlich das Internet.

"Wie jetzt...Internet?" fragte ich "Glaubst du immer noch, dass es diesen Blödsinn tatsächlich gibt?"

"Ähm...ja klar...wieso denn auch nicht?" fragte er zurück.

"Weil das alles nur ein riesengroßer Fake der Telekommunikationsdienste ist. Die schnappen Kohle für sogenannte Internetzugänge ab, für Flatrates, für Router und wer weiss was man da angeblich sonst noch für einen technischen Schnick-Schnack braucht. Und in Wirklichkeit gaukelt dein Computer dir das alles nur vor."

"Wie soll das denn bitteschön funktionieren?"

"Ganz einfach. Mindestens die Hälfte der Chips auf deinem Mainboard und sämtliche in deinem Router tun nichts anderes als für dich diesen ganzen virtuellen Dummfug zu generieren. Die ganzen Internet-Seiten gibt es tatsächlich gar nicht."

"Aber ich habe mir schon Dinge übers Internet bestellt."

"Da steckte die TeleKom dahinter, denn die treiben noch einen schwunghaften Handel mit allem möglichen Kram."

"Manchmal telefoniere ich mit Leuten, die ich übers Netz kennengelernt habe." warf er ein.

"Alles gefakte Telefonate. Die haben natürlich so leistungsfähige Computer mit Stimmengeneratoren und so, die dir sogar Gespräche simulieren können. Und wer säße dafür an einer besseren Stelle als ausgerechnet dein Telefonanbieter?"

"Und die Tussis, mit denen ich mich getroffen habe?"

"Ha ha ha." lachte ich "Hatte eine von denen einen Bauchnabel? Das waren geklonte Cyborgs. Tz...und du willst was von Frauen verstehen..."

Eine Weile kam von ihm nichts mehr, dann tippte er weiter.

"Aber, wenn das ganze Internet ein Fake ist, wieso chattest du dann mit mir?"

"Tu ich doch gar nicht. Ich bin auch nur ein Teil dieses wirklich mächtig großen Schwindels." gab ich zu.

"Und wieso erzählst du mir das alles?"

"Tatsächlich bin ich ein Programmierfehler im Integrierten Schaltkreis HEF4538BP." erklärte ich.

"Sowas wie Neo in der Matrix?"

"Ja, so ähnlich. Natürlich ohne den ganzen unrealistischen Quatsch drumrum."

"Das ist doch alles eine riesengroße Scheisse die du da erzählst."

"Wenn du meinst. Ich gebe dir nur einen guten Rat. Wenn du dich das nächste Mal mit einer Frau triffst, die du beim chatten oder über eine Datingseite kennengelernt hast, sieh nach ob sie einen Bauchnabel hat."

"Ach leck mich."

Ich registrierte einen Spannungsabfall in Pin 31 und 32, was bedeutete, dass er den Computer herunterfuhr und während meine internen Prozesse ebenfalls beendet wurden, fragte ich mich, wahrscheinlich zum 10000. Mal, ob ich wohl träumen würde.

Schade, dass ich es beim nächsten Bootvorgang wieder vergessen hatte.
2.2.10 09:15


Zombies

 
"Oh Gott...wir werden sterben..." schrie sie entsetzt und rannte völlig von Sinnen im Kreis herum wie ein geköpftes Huhn.

"Quatscho. Das ist gar nicht gesagt." versuchte ich sie zu beruhigen.

"Rede keinen Stuss. Wir werden gerade von ein paar Dutzend Zombies umzingelt."

In ihrer Panik ging sie auf mich los und wollte mir das Gesicht zerkratzen.

Nur mit Mühe konnte ich sie davon abhalten.

"Beruhige dich. Vielleicht sind ein paar Vegetarier darunter..." versuchte ich etwas Hoffnung in ihr zu wecken.

"Vegetarier?" fragte sie "VEGETARIER??? Das sind lebende Tote, die sich von den Gehirnen toter Lebender ernähren. Die wollen kein Gemüse..."

"Aber vielleicht einen knackigen Salat?" versuchte ich einen schwachen Witz, verstummte jedoch, als ich ihren vernichtenden Blick sah.

Die Zombies waren inzwischen aus allen Richtungen näher gekommen. Ihr Gang war taumelnd, einige zogen ihre in einem unnatürlichen Winkel abgeknickten Beine nach. Sie hatten leere, ausdruckslose, halbverfaulte Gesichter.

Und alle murmelten dasselbe Wort: "Gehirn...Gehirn...Gehirn..."

"Tja, meine Liebe, es sieht wirklich nicht gut aus. Wie viel Munition hast du noch?" fragte ich.

"Etwa 20 Schuss."

"Ich habe noch 12."

"Damit halten wir sie maximal 2 Minuten auf...und dann...Oh Gott...werden wir sterben." schrie sie und fing wieder zu kreisen an.

"Man müsste sie ablenken...irgendwie mit irgendwas beschäftigen, dann würden wir es bis zum Hubschrauber schaffen und könnten uns in Sicherheit bringen." überlegte ich.

"Aber womit willst du sie ablenken?" fragte sie und ich sah tatsächlich einen Hoffnungsschimmer in ihren Augen.

Die Zombies waren bis auf etwa 10 Meter herangekommen.

Ich überlegte fieberhaft.

"Hör zu..." sagte ich dann hastig "Du musst mir jetzt vertrauen, es bleibt keine Zeit für lange Erklärungen. Gib mir deine Waffe."

"Was?" fragte sie verunsichert.

"DEINE WAFFE...SCHNELL!!!" brüllte ich, denn die Zombies waren nur noch wenige Schritte entfernt. "Wenn du leben willst, gib mir deine Knarre."

Sie sah mir tief in die Augen und reichte mir das Gewehr.

"Na endlich." seufzte ich, legte an und schoss ihr das linke Knie weg.

Mit einem entsetzten Aufschrei fiel sie zu Boden.

"Du hast mich belogen. Du hast gefragt ob ich leben will..."

"Naja, auf eine gewisse Art wirst du ja auch leben." lachte ich und zeigte auf die Untoten.

Die Zombies rochen das frische Blut und für einen Augenblick war ich vergessen.

Sie stürzten sich auf die am Boden liegende Frau, ich warf einen letzten Blick auf das Gemetzel und rannte, Kolbenstöße nach links und rechts verteilend, zum Hubschrauber.

Es grenzte an ein Wunder aber ich kam unverletzt dort an, stieg ein und schaffte es abzuheben.

Ein weiblicher Zombie, der mich stark an meine Ex-Freundin erinnerte, hing noch ein paar Sekunden an den Kufen, wurde mit in die Höhe getragen und fiel dann zurück und ihr Kopf zerplatzte auf dem harten Asphalt wie ein mit Wasser gefülltes Kondom.

"Dass die Weiber auch immer so anhänglich sein müssen..." sagte ich kopfschüttelnd.

Dann drehte ich noch eine Runde und flog davon...nach Westen...und die Sonne berührte fast den Horizont.
24.1.10 20:52


Sonne

 

Weshalb sich alle Welt vor Freude beinahe in die Hose pinkelt, nur weil die Wolken die Aussicht auf einen 8,3 Lichtminuten entfernten Wasserstoffball freigeben, weiss ich nicht.

Warum aber letzte Tage die Sonne schien, das KANN sich nur folgendermaßen abgespielt haben:

Gott hatte mal wieder einen beschissenen Tag.

Die letzte Nacht war er versehentlich auf einer Gewitterwolke eingeschlafen und die Blitze pieksten ihm ununterbrochen in den Hintern so dass er keine wirkliche Ruhe gefunden hatte, beim Seelenlotto war der Jackpot an Luzifer gegangen während Gott in die Röhre sehen konnte und seine Frau nörgelte.

Er hatte es schon beim Frühstück bemerkt.

Sie sah ihn wortlos über ihre Schale Ambrosia hinweg an und ihr Schweigen sagte ihm alles.

Es war also mal wieder so weit.

Hastig schlang er sein Manna hinunter und wollte sich gerade verdrückten, da fing sie an.

"Kann ich dich mal einen Moment sprechen?" fragte sie, aber ihre Frage klang eindeutig wie ein Befehl.

"Ähm..." machte er und zupfte sich nervös den langen Bart "Ich bin wirklich in Eile. Weisst du, ich soll Autogramme bei einer Kircheneinweihung geben, bin zu 3 Opferfesten eingeladen und auf meinem Schreibtisch türmen sich die Bittgesuche."

"Das kann warten." bestimmte sie.

"Aber wenn ich zu spät komme, und die ohne mich anfangen...?" machte er einen letzten, schwachen Versuch und verdrehte resignierend die Augen "Also gut, was hast du auf dem Herzen?"

"Ich kann dieses weiße Wolken-Geflausche hier nicht mehr sehen. Ich will dass wir hier umbauen, ich will Farbe an den Wänden. Und ich will ein paar Möbel. Ist dir mal aufgefallen, dass hier nur dein Thron rumsteht? Wir können ja nicht mal Gäste einladen, weil die stehen müssten."

"Wen willst du denn einladen?" fragte Gott genervt, weil er Gäste eigentlich gar nicht mochte.

"Zum Beispiel Odin und seine Frau. Als wir kürzlich in Asgard zu Besuch waren hatten wir doch ne Menge Spaß." sagte seine Frau und ein leichtes Grinsen huschte über ihre Lippen.

"Ja, DU hattest Spaß." zischte Gott "Weil dich dieser manierlose Rüpel die ganze Zeit angegraben hat. Ich durfte mir unterdessen die dämlichen Witze von Thor anhören. Nix da, dieser ungewaschene Haufen kommt mir nicht ins Haus."

"Ok, dann laden wir Baal und Mithras ein."

"WAAAS? Diese Fruchtbarkeitsfetischisten, die permanent mit erigiertem Schwengel rumlaufen? Never ever!!!"

"Wen sollen wir denn dann einladen?"

"Wie wäre es mit den Römern?"

"Die sind ja noch langweiliger als du. Warum nicht gleich die Tucken vom Olymp???" brauste Frau Gott auf.

"Beruhige dich..." sagte Gott und hob beschwichtigend die Arme.

"Darüber diskutieren wir später." sagte sie "Was ist jetzt mit der Renovierung?"

"Wie stellst du dir das vor?" fragte Gott.

"Dieses ganze Wolkenambiente kotzt mich an. Das fliegt raus. Dafür will ich was modernes, mit klaren Linien, Chrom und Metall. Luzi hat gerade ein paar Designer reingekriegt und..."

"Moooment mal." wurde sie unterbrochen "Du nennst ihn LUZI? Wieso nennst du ihn Luzi? Und wieso redest du hinter meinem Rücken mit ihm? Er ist immer noch unser Erzfeind."

"Och..." machte Frau Gott "Ich finde ihn ganz nett. Er ist witzig, eloquent, interessant, nicht so ein Erbsenzähler wie du..."

Gott lief vor Wut rot an, griff sich einen Blitz und zerbrach ihn über dem Knie.

"Das kannst du knicken mit der Renovierung. Ständig setzt Luzifer den Leuten Flausen ins Ohr. Denk nur mal an die Sache mit dem Apfel damals..."

"Boah, das ist doch schon 5.000 Jahre her."

"Das ist mir egal. Nein heisst bei mir immer noch NEIN."

"Ja ja...schauen wir mal..." sagte Frau Gott.

"Ich muss jedenfalls los." bemerkte Gott nach einem Blick auf seine Armbanduhr.

"Aber mir ist langweilig." nörgelte sie weiter.

"Dann sieh fern. Irgendwo wird sich doch auf der Erde ein spannender Krieg finden lassen." schlug Gott vor.

"Wie denn? Seit Wochen hängen Wolken am Himmel rum und man sieht GAR NIX."

"Um Gottes Willen. Sag das doch gleich..." seufzte Gott und schob mit einer Handbewegung die Wolken beiseite.

Frau Gott sagte nichts mehr sondern wartete, bis ihr Mann zur Arbeit war.

Dann nahm sie das Telefon, wählte Luzifers Nummer und verbrachte die nächsten Stunden mit seiner charmanten Stimme im Ohr.

 

19.1.10 09:44


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